Jetzt blühen die Herbstzeitlosen: Stellen merken!

Herbstzeitlose (+++) blüht blattlos im Herbst und bildet im Frühjahr Blätter und Früchte.

Jetzt im September blüht die Herbstzeitlose. Die sehr stark giftige Pflanze (+++) ist mit ihren lila-rosa Blüten gut zu erkennen. Im Gegensatz zu fast allen heimischen Pflanzen blüht die Herbstzeitlose blattlos im Herbst und bildet erst im Frühjahr ihre Blätter und die Samen aus. Dann ist die Pflanze auf der Weide zwischen den vielen frischen Gräsern kaum zu erkennen und deshalb steigt die Vergiftungshäufigkeit der Pferde im Frühjahr stark an. Wer jetzt die Herbstzeitlosen auf der Weide blühen sieht, sollte sich die Stellen markieren, damit es im Frühjahr nicht zu tragischen Todesfällen kommt. 1000g frische Blätter und Samenkapseln sind für ein Großpferd oft schon tödlich! Eine Vergiftung kündigt sich bereits vorher schon mit blutigen Durchfällen, Koliken und Kreislaufkrisen an. Eine Bekämpfung der Herbstzeitlose ist in vielen Bundesländern verboten, denn die schöne aber giftige Pflanze steht auf der Roten Liste und ist deshalb ganzjährig geschützt. Eine wirksame Absperrung der befallenen Weideflächen ist dann die einzige Möglichkeit, Pferde vor einer Vergiftung zu schützen.

Die Herbstzeitlose im Frühjahr: blütenlos und mit Blättern. Im Gegensatz zu Bärlauch sind die Blätter der Herbstzeitlose geruchlos.

Jetzt ist Hochzeit beim Eichenprozessionsspinner

Foto: Kleuske (Wikipedia) – https://de.wikipedia.org/wiki/Eichen-Prozessionsspinner

Auch für Pferde ist die Raupe des Eichenprozessionsspinners lästig bis lebensgefährlich! Genauer gesagt sind es die Härchen der Raupe, die zu Allergien führen. In den meisten Fällen bildet sich eine sog. Raupendermatitis. Das sind Quaddeln, also Anschwellungen unter der Haut. Richtig gefährlich werden diese Schwellungen, wenn sie sich in den Atemwegen sich befinden. Dann kann es zur lebensbedrohenden Atemnot kommen.

Bei dem geringsten Verdacht einer Raupendermatitis ist ohne zu zögern der Tierarzt zu informieren. Ein Zuwarten bis zur Atemnot ist in vielen Fällen zu spät.

Wie kommt das Pferd an die Raupenhaare? Befinden sich Nester des Eichenprozessionsspinners in der Nähe der Pferde oder gelangen die Härchen in die Tränke, das Tränkwasser, das Heu, auf die Weide, usw. ist die Gefahr groß, dass die Pferde allergisch mit einer Raupendermatitis reagieren. Für Menschen besteht die selbe Gefahr!

Nitrat – DIE schleichende Vergiftung für Pferde

Portofrei erhältlich beim Verlag BOB, auch bei Amazon und dem regionalen Buchhandel.

Im Giftpflanzenbuch wird ausführlich erklärt, wie schädlich zu hohe Nitratmengen für das Pferd sind. Überdosierungen verursachen einen Sauerstoffmangel im gesamten Körper des Pferdes. Das liegt an der Eigenschaft des Nitrats, den Farbstoff der Roten Blutkörperchen so zu verändern, dass das Blut kein Sauerstoff mehr binden und in den Körper transportieren kann. Je nach Nitratmenge beginnt die Vergiftung schleichend bis hin zum sog. Inneren Ersticken.

Oft unbemerkt bleibt die schleichende Vergiftung mit Nitrat. Durch die schlechtere Sauerstoffversorgung sind die Tiere weniger leistungsfähig, haben eine schlechtere Samenqualität und bekommen Aborte. Gerade bei der beobachteten mangelnden Leistungsfähig setzt oft ein Teufelskreis ein: Mangelnde Leistungsfähigkeit > mehr Futter > noch schlechtere Leistungsfähigkeit > … .

Problematisch bei der Nitrataufnahme sind stark gedüngte Futterpflanzen sowie die Massentierhaltung mit seinen enormen Güllemengen, die den Boden der tierhaltenden Landwirte komplett überfordern. Als Folge der Überdüngung haben wir große Nitratmengen im Futter und im Grundwasser.

Sollte in der Pferdehaltung anstelle von Trinkwasser das preiswerter zu fördernde Brunnenwasser eingesetzt werden, dann sollte vor deren Verwendung eine Laboruntersuchung auf Nitrat gemacht werden. 50 mg/l, das ist die EU- Vorgabe, sollte nach Auskunft führender Vergiftungszentralen nicht überschritten werden.

Wer mehr über die Nitratproblematik lesen möchte, dem sei dieses kostenlose Heft des Umweltministeriums empfohlen.

Update 22.04.2019

Und sie machen einfach weiter!

Obwohl immer stärker die Nitrat- Belastung des Grundwasser in den Fokus der Diskussion rückt und die EU endlich von Deutschland noch konsequentere Düngeregeln zur Vermeidung der Nitratanreichung ins Grundwasser einfordert, machen die Landwirte einfach weiter: Sie demonstrieren in Münster gegen eine schärfere, EU- gerechte Düngeverordnung und denken gar nicht daran, angepasster zu düngen. Immer noch belastet die Gülle der Massentierhaltung die Böden. Zwischen Sommer 2017 und Sommer 2018 wurden alleine in Niedersachsen 50.000 Tonnen Stickstoff mehr auf die Böden ausgebracht, als die Pflanzen benötigen und somit gegen eine Auswaschung in das Grundwasser schützen. Anders ausgedrückt: Es wurden in Niedersachsen 50.000 Tonnen Gülle auf auf den landwirtschaftlichen Flächen abgekippt und ins Grundwasser bzw. Oberflächenwasser entsorgt.

Selbst dort, wo die Pferde wenig belastetes Leitungswasser bekommen ist die extreme, umweltschädliche Überdüngung ein großes Problem für die Pferde, denn die massiv überdüngten Landwirtschaftsflächen sind verantwortlich für extrem hohe Nitratgehalte in den Pflanzen, so natürlich auch in allen Futterpflanzen. Hohe Nitratwerte im Gras, Heu sowie im Getreide können Pferde stark belasten. Zusammen mit überhöhten Nitratwerten z.B. aus dem Tränkwasser kann es jederzeit zu Nitratvergiftungen kommen.

Knoblauch ist ++stark giftig!

Ihr müsst nicht immer alles glauben, was auf dem Beipackzettel und im Internet steht. Pferde dürfen kein Knoblauch!

Alle die von der Equitana sich die so gesunden knoblauchhaltigen Zusatzfuttermittel aufschwatzen lassen haben bzw. noch Reste in der Futterkammer haben, sollten den jetzt anstehenden Frühjahrsputz nutzen und ihre Knobi- Produkte entsorgen. Knoblauch ist nämlich eine nicht zu vernachlässigende Giftpflanze und wird aktuell bei den Vergiftungszentralen mit ++stark giftig für Pferde geführt. Ab 60 g werden Vergiftungserscheinungen möglich!

Vorsicht Grünschnitt

Der Garten ist sauber und die Fahrt zum Recyclinghof gespart. CO2- Bilanz stimmt – Pferd tot.

Zu Beginn der Weidesaison sollten Pferdehalter sehr sorgfältig die Weiden und deren Randbereiche kontrollieren. Nicht selten haben Gartenbesitzer ihren Gärten zu Ostern aufgehübscht und entsorgen ihren Grünschnitt gerne auch mal auf oder neben den Pferdeweiden. „Die Pferde werden schon ihren Spaß dran haben und ich bin es los“, so denken die Nachbarn und haben nicht einmal ein schlechtes Gewissen. Dass die auf dem Foto dokumentierte Entsorgung mit Leichtigkeit ein Pferd umbringt, macht deutlich, wie sorgfältig die Weidekontrolle durchgeführt werden muss.

Fachtagung zu Jakobskreuzkraut und anderen Giftpflanzen

(LWK RPF) Die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz veranstaltet am Mittwoch, 20. Februar, eine Fachtagung über das Jakobskreuzkraut und andere Giftpflanzen. Referenten unterschiedlicher Fachbereiche werden das Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchten.

Wehret den Anfängen. Noch ist das Kreuzkraut in den Griff zu bekommen.

Artenreiches Grünland liefert wertvolles Heu, ist zugleich eine wichtige Grundlage für eine ausgeprägte Biodiversität und prägt das Landschaftsbild in Rheinland-Pfalz. Allerdings gibt es unter den zahlreichen bunt blühenden Kräutern auch Pflanzen, die für die Nutztierhaltung schädlich oder sogar extrem giftig sind. Ziel einer ordnungsgemäßen Landwirtschaft muss es sein, den Anteil der Giftpflanzen unter einer arttypischen Schadschwelle zu halten. Gleichzeitig ist gerade auf extensiven und artenreichen Standorten eine erhebliche Zunahme des Jakobskreuzkrautes festzustellen. Aber auch auf Brachen, auf Flächen des Bauerwartungslandes und des Straßenbegleitgrüns sowie auf Bahndämmen und auf Flächen mit Bewirtschaftungsfehlern ist eine zum Teil erhebliche Ausdehnung des Jakobskreuzkrautes zu erkennen. 
Auf der Fachtagung soll die Betroffenheit der Landwirtschaft in verschiedenen Formen der Tierhaltung diskutiert werden. Am Nachmittag stehen die Fragen des Managements von Giftpflanzen im Fokus. Sowohl der Naturschutz, als auch die Straßenbauverwaltung kommen zu Wort. Insbesondere soll der Handlungsbedarf aus Sicht der Grünlandberatung erörtert werden. Konsequenzen ergeben sich zweifellos auch für die politischen Rahmenbedingungen im Umgang mit dem Jakobskreuzkraut.
Die Tagung findet am 20. Februar von 9 bis 15:30 Uhr im Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, Rüdesheimer Straße 60 – 68, in Bad Kreuznach statt. 
Das genaue Programm ist dem unten stehenden Flyer zu entnehmen. Die Tagungsgebühr beträgt 20 Euro inklusive eines Mittagsimbisses und Getränken. Interessierte können sich bis zum 13. Februar telefonisch unter 0671/793-1142 oder -1154 oder per Email an anja.engel(at)lwk-rlp.de anmelden.  

Bodenprobe schon im Winter

Bereits jetzt, wenn der Boden aufgetaut ist, solltet Ihr eine Bodenprobe von Eurer Weide nehmen und z.B. bei der Lufa (Landwirtschaftliche Untersuchung- und Forschungsanstalt) auf P, K, Mg, Ca (pH) untersuchen lassen. Nähere Details könnt Ihr auf den Internetseiten der Lukas herunterladen.

Die vom Labor vorgeschlagenen Nährstoffe (P, K, Mg, Ca) und maximal ca. 50 – 60 kg N (in zwei Gaben im Frühjahr (60%) und im Sommer (40%) aufgeteilt) sorgen dafür, dass Ihr erstens einen ausreichenden Ertrag habt und die Gläser schneller wachsen als die Kräuter. So können die Gräser sich z.B. gegenüber den Kreuzkräutern durchsetzen und diese verdrängen.

Bodenproben gehören zum Handwerkszeug einer ordnungsgemäßen Weidepflege

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